Übergabe der PSD-Zertifizierung
Als erste Onlinedruckerei hat Onlineprinters das „Qualitäts-Triple“ geschafft

Die Drucker dieser Tage steuern hochtechnisierte Offset- und Digitaldruckmaschinen. Sie heißen Medientechnologen und Operator. Statt Lederschürzen tragen sie moderne Arbeitsschutzkleidung, prüfen an sogenannten Leitständen mit hunderten Sensoren und riesigen Monitoren, ob die Einstellungen der Maschinen das optimale Druckergebnis hervorbringen. Bei Onlineprinters besteht die Aufgabe der Medientechnologen vor allem darin, höchste Druckqualität sicherzustellen. Um das für die mehrere Milliarden Druckprodukte jährlich zu erreichen, arbeiten sie nach definierten Prozessen und Standards.

Was oft in Vergessenheit gerät: Gutenbergs Vermächtnis besteht vor allem darin, dass er die einzelnen Elemente der Buchproduktion durch die Entwicklung der beweglichen Lettern zu einem effizienten Druckprozess zusammengefügt und damit die Grundlage für die Industrialisierung des Drucks gelegt hat. Im Buchdruck hat sich der Übergang vom Handwerk zur industriellen Arbeitsform damit schon sehr früh vollzogen. Das handwerklich Künstlerische lag vor allem bei der geschmackvollen Ausgestaltung mit Grafiken wie Kupferstichen, Radierungen, Lithografien sowie dekorativen Elementen.

Qualitäts-Triple

Bereits seit 2006 beschäftigt sich Onlineprinters intensiv mit der Standardisierung seiner drucktechnischen Prozesse. Zunächst vor allem im Offsetdruck, der lange Zeit das dominierende Druckverfahren war. Im Jahr 2018 wurde außerdem die Druck-Weiterverarbeitung mit Prozessen wie Schneiden, Falzen und Heften zertifiziert. Nachdem in den vergangenen Jahren der Digitaldruck deutlich an Bedeutung gewonnen hat, vervollständigt seit Juni 2019 die PSD-Zertifizierung von Onlineprinters. Mit dem Qualitäts-Triple werden damit Maßstäbe im Onlinedruck gesetzt.

Von Anfang an begleitet der Qualitätsexperte Thomas M. Schnitzler das Unternehmen bei der Prozessstandardisierung und ist regelmäßig in den Drucksälen von Onlineprinters unterwegs. Er lobt die frühzeitigen Standardisierungsbestrebungen und ist überzeugt, dass dies eine strategisch wichtige Weichenstellung war. Wie ein Klavierstimmer geht er vor, um die drucktechnischen Bedingungen optimal einzustellen. Was das mit Fußball zu tun hat, erfahren Sie im Experteninterview.

Interview mit Thomas M. Schnitzler

diedruckerei.de-Magazin: Sie sind unabhängiger Experte und Gutachter für den Druck. Warum sind Zertifizierungen für die Druckbranche überhaupt relevant?

„zertifizierte Druckereien
erreichen
normgerechte
DruckQualität.“

Thomas M. Schnitzler: Zertifizierungen sind in erster Linie ein Qualitätsnachweis für Kunden. Diese können sich am Qualitätssiegel orientieren und wissen, dass eine zertifizierte Druckerei normgerechte Qualität erreicht hat und diese kontinuierlich umsetzen kann. Das ist eine sehr positive Entwicklung, denn früher hat im Prinzip jede Druckerei selbst definiert, was sie unter Druckqualität versteht – das Ergebnis war höchst unterschiedlich. Unabhängige Institute wie die FOGRA (Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.) haben deshalb Standardisierungskonzepte für die Druckbranche erarbeitet, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu erreichen. Im Offsetdruck ist das der ProzessStandard Offsetdruck (PSO), im Digitaldruck der ProzessStandard Digitaldruck (PSD). Beide garantieren eine standardisierte Verfahrensweise bei der Herstellung von Druckerzeugnissen, die konform mit der internationalen Normserie ISO 12647 ist.

diedruckerei.de-Magazin: Welche Vorteile haben Kunden, wenn ihre Druckerei zertifiziert ist?

„Kunden erhalten Druckerzeugnisse stets in gleichbleibend hoher Druckqualität.“

Thomas M. Schnitzler: Sie bekommen Druckerzeugnisse in gleichbleibend hoher Druckqualität. Das ist besonders wichtig bei Wiederholungsaufträgen: Wenn Kunden beispielsweise vier Mal im Jahr ihre Visitenkarte drucken lassen, erwarten sie zu Recht, dass die Farbe jedes Mal gleich aussieht und die Unternehmensfarbe richtig wiedergibt. Zertifizierte Druckereien erreichen das, denn das Qualitätsmanagement sorgt für die Einhaltung der Standards und sichert die Produktion der Drucksachen – von der Datenerfassung bis zum fertigen Druckprodukt – qualitativ ab. Kunden erkennen das vorab am Qualitätssiegel, das von unabhängigen Instituten vergeben wird.

diedruckerei.de-Magazin: Onlineprinters hat das Qualitäts-Triple erreicht, welche Zertifizierung ist denn die wichtigste? Offsetdruck, Digitaldruck oder Weiterverarbeitung?

Druckqualität an Hand eines Druckbogen
Der Druckbogen braucht unter anderem eine Bogensignatur, Schneidemarken, Passkreuze und Druckkontrollstreifen

Thomas M. Schnitzler: Naja, das ist ähnlich wie beim Triple im Fußball: Drei Meistertitel hintereinander sind etwas ganz Besonderes und stehen für eine herausragende Leistung des Teams. In der Druckproduktion garantiert das Triple die absolute Qualität des Gesamtprodukts. Und jede einzelne Zertifizierung trägt ihren Teil dazu bei.

Das macht ein Beispiel deutlich: Im Offsetdruck soll ein Geschäftsbericht in hoher Auflage produziert werden – und vor der Auftragserteilung bestellt der Kunde ein paar Vorabexemplare für eine Präsentation bei der Unternehmensleitung. Diese Exemplare werden aus Kostengründen im Digitaldruck produziert, müssen aber die gleiche farbliche Qualität liefern wie der anschließende Auflagendruck im Offsetdruckverfahren. Beide Druckverfahren müssen also perfekt aufeinander abgestimmt sein. Und nach dem Druck muss beim Falzen, Schneiden und Heften ebenso sorgfältig weitergearbeitet werden. Wenn es hier zu Fehlern kommt, ist der schönste Druck dahin. Genau wie beim verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit oder dem Gegentor in der letzten Sekunde. Nicht umsonst heißt es im Fußball „Das Spiel ist erst aus, wenn es abgepfiffen ist“.

diedruckerei.de-Magazin: Gibt es bei der Zertifizierung einen Unterschied zwischen Onlinedruckereien und „normalen“ Druckereien?

Thomas M. Schnitzler: Nein, die Zertifizierung ist eine Prozedur, die unabhängig vom Typ der Druckerei durchgeführt wird. Auch die Größe der Druckerei ist nicht relevant – bis auf die Tatsache, dass der Zertifizierungsprozess mit seinem integrierten Qualitätsmanagement in einer großen Druckerei mehr Zeit in Anspruch nimmt.

diedruckerei.de-Magazin: Seit wann begleiten Sie Onlineprinters bei der Qualitätssicherung und wie läuft das konkret ab?

Mitarbeiter überprüft die Druckqualität
Ein Mitarbeiter prüft die Farbqualität eines Druckbogens unter Normlichtverhältnissen

Thomas M. Schnitzler: Onlineprinters setzt bereits seit 2006 auf einheitliche Qualitätsstandards und Qualitätssicherung im Druck. Vor 13 Jahren – ich bin von Anfang an dabei – habe ich bei der damaligen Druckerei und Verlag E. Meyer GmbH das Thema angestoßen und kontinuierlich weiterentwickelt. Denn um Qualität zu erreichen, muss der gesamte Herstellungsprozess eingerichtet werden: Von den angelieferten Kundendaten über die interne Datenverarbeitung bis hin zum Druckprozess und zur Weiterverarbeitung. Ein wesentlicher Faktor sind dabei die am Prozess beteiligten Mitarbeiter – sie sind wie die Spieler einer Fußballmannschaft und müssen hinter dem Qualitätsversprechen stehen. Wir schulen, trainieren und motivieren sie regelmäßig, um die eingerichtete zertifizierte Qualität zu gewährleisten. Nur so bleibt die Mannschaft erfolgreich.

diedruckerei.de-Magazin: Wie wirkt sich die Zertifizierung auf die Reklamationsquote aus?

Nicht zu viel, nicht zu wenig: Der Operator an der Maschine muss wissen, wie er einen optimalen Farbauftrag auf dem vorliegenden Substrat umsetzt

Thomas M. Schnitzler: Die Zertifizierung trägt maßgeblich dazu bei, dass Fehler – egal wo sie entstehen – erkannt und behoben werden. Wir suchen sehr differenziert nach Ursachen und können die Fehlerrate und damit auch die Kundenreklamation deutlich minimieren. Ob das mit dem Videobeweis im Fußball auch immer gelingt, bin ich mir nicht so sicher.

 

diedruckerei.de-Magazin: Was können andere Onlinedruckereien von Onlineprinters lernen?

Thomas M. Schnitzler: Onlineprinters setzt Maßstäbe mit der dreifachen Qualitätszertifizierung und zeigt, dass Qualitätssicherung und -optimierung in der Druckbranche zum Erfolg führen. Und, dass das nur mit täglichem Training funktioniert!

Das Interview führte Elke Zapf

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