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Inhalt:

Definition und Relevanz

Moodboards sind schlichte, collagenartige Anordnungen von Bildern und Farbpaletten, die auf einen Blick erfasst werden können. Mit dem ersten Teil des Wortes „Mood“ (engl.) zu deutsch „Stimmung“ wird gleich klar, wann die Collagen zum Einsatz kommen sollen: vor allem dann, wenn das Stimmungsbild eines geplanten Designs oder kreativen Prozesses verbildlicht werden soll.

Moodboards sind des Weiteren für unterschiedliche Schritte des Designprozesses, zum Beispiel der Sammlung von Inspiration oder Präsentation von Ideen, sehr nützlich und beliebt. Sie halten wichtige Merkmale Ihrer Einfälle fest und können auch die Zusammenarbeit im Team deutlich beschleunigen. Dabei kommen sie im Webdesign zum Testen möglicher Landingpage-Gestaltung ebenso zum Einsatz, wie im Modedesign, Interieur-Design oder in der Fotografie- und Filmbranche. Nicht nur Designberufe, sondern auch Marketingfachleute bedienen sich gerne ihrer Übersichtlichkeit und wenden die Boards bei der Konzeption von Broschüren, Corporate Designs oder neuen Kampagnen an.

Zusammengefasst finden Moodboards unter anderem in folgenden Branchen Anwendung:

  • Webdesign
  • Grafikdesign
  • Modedesign
  • Interieur-Design
  • Produkt- und Industriedesign
  • Innenarchitektur
  • Theater und Kostümbild
  • Film und Fernsehen
  • Marketing

Wann ist der Einsatz von Moodboards sinnvoll?

Sammeln eigener Inspiration

Die Bildcollagen sind eine immense Hilfe, um zu Beginn des eigenen kreativen Schaffens visuelle Ideen und Anregungen zu sammeln. In dieser Findungsphase können Sie frei nach Farben oder Formen suchen und sehen durch Einsetzen in die leeren Felder sofort, wie gut die Ideen visuell zusammenwirken. Somit können Sie allmählich ein grobes visuelles Konzept für Ihre Projekte erstellen.

Moodboard zur Inspiration für Fotografie (Quelle: Pinterest, Christina Dooley Photography).

Moodboards im Team

Sobald es an das Zusammenführen und Diskutieren von Entwürfen geht, liefern Moodboards eine wertvolle Diskussionsgrundlage, die durch Bilder klarmacht, was Worte an dieser Stelle nur umständlich beschreiben können: Welche grundsätzliche Richtung soll für das Design eingeschlagen werden? Welche Formen sollen dominieren? Welche Farbkompositionen sollen das Design ausmachen? Schlussendlich ist an dieser Stelle mit Bildern einfach schneller eine Kernaussage formuliert. Denn durch die Collagen können Sie und auch Ihre Kollegen besser verdeutlichen, welches Stimmungsbild oder welche Atmosphäre erzeugt werden soll. Auch für Fotoshootings kann ein Moodboard eine große Hilfe zur Darstellung sein, um Fotografen und Models die grundlegende Botschaft der erwarteten Bilder zu verdeutlichen.

Vorbereitung eines konkreten Shootings: Ein Moodboard, das die Bildstimmung sowohl dem Fotografen als auch den Models verdeutlichen kann (Quelle: Pinterest, Ashley Lynn Fry Photography).

Präsentieren oder Überzeugen von Kunden

Besonders für die Präsentation vor Kunden sind die Visualisierungen der anfänglichen Design-Ideen sehr hilfreich. Oft geht es in diesen Stufen des Designprozesses eher um das Einschlagen der „richtigen Richtung“ und Darstellung von Ideen. Moodboards können somit wunderbar als Zusammenfassung der Gedanken der Designer oder als reine Präsentationshilfe funktionieren.

Tipp: Ein klarer Vorteil, der Ihnen bei der Präsentation mit Moodboards in die Karten spielt, ist die Tatsache, dass Bilder in vielen Fällen schneller und leichter Emotionen transportieren als Worte. Wenn Sie also mit Ihrem Konzept oder Projekt überzeugen wollen, ist das durchaus ein positiver Effekt, den Sie mit Moodboards als Präsentationshilfen nutzen sollten.

Festhalten von Schemata

Schlussendlich sind Moodboards auch eine Möglichkeit, um bestimmte Regeln oder Grundsätze festzuhalten, die in der Bild-, Form- und Farbsprache Ihrer Designprojekte nicht verletzt werden sollen. Somit haben Sie eine übersichtliche Guideline für wiederkehrende Designelemente oder Ähnliches. Die Collagen können zum Beispiel als ständige Erinnerung für Sie und Ihre Teamkollegen einfach an die Bürowand gepinnt werden. Nicht nur für Designregeln, aber auch zur Visualisierung von Zielgruppen können Ihnen die Moodboards im Arbeitsalltag verdeutlichen, wen Sie eigentlich ansprechen wollen und was Zielgruppe oder User genau ausmacht.

Alles auf einen Blick: So halten Sie auch Farbschemata oder Assoziationen, die Ihr Design wecken soll, mit Bildern fest (Quelle: Pinterest, Melissa Carter Design)

Vorlagen zum Download

Mit diesen Vorlagen können Sie schnell und unkompliziert Ihre eigenen Moodboards erstellen. Welche Gitter-Anordnung dabei für Sie in Frage kommt, können Sie nach Ihrem ästhetischem Empfinden und dem Umfang der gewünschten Visualisierung entscheiden. Die Vorlagen stehen Ihnen kostenfrei als Zip-Ordner mit PSD-Dateien für Adobe Photoshop, PDF-Dateien und PNG-Dateien zur Verfügung. Angelegt sind die Vorlagen jeweils im A3-Format und können frei nach Ihren Größenwünschen bearbeitet werden.

Moodboard #1 Moodboard #2
Moodboard #3 Moodboard #4

Und womit nun füllen?

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie beim Erstellen Ihrer Kreativität erstmal freien Lauf. Als Inhalt kann jedes erdenkliche Bild oder Farbpalette hergenommen werden. Nehmen Sie zum Beispiel auch die Bilder mit der Beschaffenheit von Materialien oder abstrakten Formen in Ihre Moodboards auf. Lassen Sie sich von Pflanzen, Stoffen, Texturen oder auch Lichtreflexionen inspirieren und denken Sie erstmal nicht in einem festen Raster, um Ihren Entwürfen Zeit zur Entfaltung und Entstehung zu geben. Übrigens: Wenn Sie Ihre Moodboards nicht digital, sondern analog zusammenstellen, können Sie reale Stoffe und Materialien an Ihr Board heften. Das macht vor allem dann Sinn, wenn Sie auch haptische Eindrücke des Designs oder Produktes darstellen möchten.

Wenn Sie sich schließlich für eine Richtung entschieden haben, die Sie abbilden möchten, können auf den Moodboards jeweils folgende Designelemente zur Veranschaulichung abgebildet werden:

  • Mehrere Fotos oder Grafiken, die die gewollte Stimmung oder Bildsprache in Ihren Grundzügen veranschaulicht
  • Harmonische Farben, die das Farbkonzept, ausgehend von der anvisierten Grundfarbe, vervollständigen
  • Fotos oder Grafiken, die bevorzugte Formen für das Design zeigen
  • Zitate, die Stimmungen oder Aussagen des Designs auf den Punkt bringen
  • Schriftzüge, die die Richtung für geplante Fonts verdeutlichen

Thematisch müssen diese Elemente gar nichts miteinander zu tun haben. Achten Sie nur darauf, dass der Inhalt des Moodboards „lesbar“ bleibt, die Designelemente also in einem bestimmten, in sich logischen Schema angeordnet sind.

Damit Ihr Moodboard auch für andere „lesbar“ ist, können Sie entweder von links nach rechts oder von oben nach unten immer mehr ins Detail gehen.

Zur Veranschaulichung eines Fotoshootings können Sie zu Beginn zum Beispiel durch flächige Bilder oder Zitate die anvisierte Stimmung verdeutlichen, die die Fotos aus dem Shooting transportieren sollen. Schließlich können Sie in den folgenden Rastern etwas genauer werden und Formen oder Materialien zeigen, die in der Bekleidung der Models oder am Ort des Shootings wiederkehren sollen. Auch gewünschte Objektiveinstellungen können Sie mit dem Moodboard kommunizieren.

Achtung: Überladen Sie Ihr Board nicht! Moodboards eignen sich nicht dazu, detaillierte Konzeptionen widerzugeben, sondern sollen vor allem ein Gefühl für die Bildsprache wecken oder die angedachte Richtung des Designs verdeutlichen.

Pinterest.de oder behance.net bieten Ihnen viel Inspiration – Bilddatenbanken viel Material, um das Board zu füllen. Achten Sie dabei auf die jeweiligen Lizenzen, je nachdem für welchen Zweck Sie Ihr Board anfertigen. Auch kleinere Bilddatenbanken mit kostenlosen Bildern können eine gute Inspirationsquelle sein. Unschlagbar ist aber, einfach mal wieder selbst loszukritzeln oder Ihre Umgebung mit offenen Augen zu beobachten und eigene Fotos zu schießen.

Beispiel-Moodboard für ein Blog-Redesign von unserem MAGAZIN. Oben mit lebendigem Farbschema und nach unten hin immer detaillierter ausgeführt, welche Formen im Template dominieren könnten und wie eine mögliche Bildsprache aussehen könnte.

Darauf sollten Sie bei der Umsetzung Ihrer Moodboards achten

DOS

  • Lassen Sie Ihrer Fantasie zunächst freien Lauf und sich von verschiedensten Dingen, z. B. auch von Materialien, inspirieren.
  • Nutzen Sie auch Bilddatenbanken, auf denen Sie sonst nicht so oft suchen, nehmen Sie eigene Fotos oder erstellen Sie persönliche Skizzen.
  • Erstellen Sie schließlich das Board nach einem bestimmten Schema. Beginnen Sie mit Bildern zur allgemeinen Stimmung und gehen Sie dann Schritt für Schritt ins Detail.
  • Erklären Sie dem Betrachter auch den Zweck des Moodboards, um Missverständnissen vorzubeugen und diesem ein leichteres „Lesen“ zu ermöglichen.

Allgemein gilt:

  • Veranschaulichen Sie mit Ihrem Moodboard Stimmungen, Bildsprachen oder Gefühle, die Ihr fertiges Web-, Poster-, oder Modedesign später wecken soll.
  • Auch zur Veranschaulichung für Kunden oder Models können die Collagen ein hilfreiches Werkzeug sein.

DONT´S

  • Vermeiden Sie zu viel Text; für detaillierte schriftliche Erklärungen sollte eine andere Art der Veranschaulichung gewählt werden.
  • Denken Sie bei der Sammlung von Bildern oder Grafiken noch nicht in einem festen Schema. Wählen Sie erst bei der Erstellung Ihres Moodboards gezielt aus.

Allgemein gilt:

  • Bleiben Sie kritisch. Wenn Sie wissen, welche Mittel Sie zur Veranschaulichung nutzen wollen, prüfen Sie auch immer wieder, ob Ihre Ideen auf dem Board gut zusammen funktionieren. Genau dafür ist das Moodboard da. Scheuen Sie sich nicht nochmal von vorne anzufangen, wenn Sie merken, dass beim Betrachten des Boards keine Kernaussage transportiert wird. Nur so formen sich Ihre Ideen auf wertvolle Art und Weise.

Online-Tools zur Erstellung von Moodboards

Wenn Sie Ihre Moodboards digital erstellen möchten, stehen Ihnen nicht nur unsere kostenlosen Vorlagen, sondern auch Online-Tools zur Verfügung. Diese stellen wir Ihnen im Folgenden in Kürze vor.

Pinterest

Ihren Zweck erfüllend inspiriert Pinterest bereits beim Durchscrollen von bestimmten Themen. Natürlich können Sie auch ein neues Thema in Ihrem Profil erstellen und unterschiedliche Pins darin speichern, wie auf einer Pinnwand. Das kommt dem Nutzen eines Moodboards gleich.

Zum Tool

Gomoodboard

Screenshot, Gomoodboard

Das Gomoodboard-Tool ist äußerst übersichtlich und funktioniert wie eine digitale Pinnwand auf der Sie Bilder „anheften“ und kommentieren können, ähnlich wie Pinterest. Diese Zusammenstellung können Sie anschließend speichern und teilen. Zur Erstellung eines Moodboards ist in Gomoodboard keine Anmeldung nötig.

Zum Tool

Canva

Um Canva nutzen zu können, ist eine kostenlose Registrierung nötig. Bildcollagen lassen sich hier einfach per Drag & Drop erstellen. Allerdings können Sie mit diesem Tool nicht nur Moodboards, sondern auch Infografiken erstellen.

Mehr zum Tool

Adobe Spark

Screenshot, Adobe Spark

Selbst ohne Adobe Creative Cloud kann man Adobe Spark nutzen und Moodboards erstellen – kostenfrei. Zur Erstellung des Inhalts können Bilder aus der Datenbank oder eigene Fotos hochgeladen werden.

Zum Tool

Niice

Screenshot, Niice

Wenn Sie mit Niice Moodboards erstellen möchten, ist eine kostenlose Registrierung nötig. Hier können Sie Vorlagen nutzen oder auch eigene Bilder in leere Moodboards laden. Die Anordnung der Kacheln können Sie frei wählen.

Zum Tool

 

Quellen:

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