Damit Sie auch mit Ihren Texten überzeugen, ist es zum einen wichtig, Inhalte gründlich zu recherchieren, zum anderen aber auch Rechtschreibung, Grammatik und Stilistik zu prüfen. Hilfe versprechen sogenannte Textanalyse-Tools, die für Redakteure in der On- und Offline-Welt gleichermaßen relevant sind. Wir haben uns auf die Suche nach den besten Textanalyse-Tools im Web gemacht und stellen Ihnen heute kostenlose Varianten vor, die beim Schreiben von wirkungsvollen Texten helfen.

Rechtschreibung und Grammatik vom Duden prüfen lassen

Die Rechtschreibprüfung in der Betaversion unter duden.de lässt sich kostenlos für Texte bis 800 Zeichen nutzen. Einfach den Text in das Eingabefeld kopieren und den Text korrigieren lassen:

Die Rechtschreibprüfung vom Duden im Test
Screenshot: duden.de
  • Pro
  • Das Duden-Tool erkennt in unserem Text Tipp- und Rechtschreibfehler und schlägt alternative Schreibweisen vor. Auch offensichtliche Interpunktionsfehler zeigt das Tool an.
  • Kontra
  • Die Rechtschreibprüfung hat in unserem Text nicht alle falsch gesetzten Satzzeichen erkannt und angezeigt.

Unser Fazit:

Das Tool ist unserer Meinung nach vor allem für kurze Texte geeignet, um leichte Unsicherheiten abzugleichen und Flüchtigkeitsfehler zu erkennen. Lange Texte müssen in mehreren Teilen in das Tool kopiert und geprüft werden, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Tool ist eine schöne Ergänzung für Redakteure, kann das Korrekturlesen jedoch nicht komplett ersetzen!

Lesbarkeit und Stilistik-Tipps von Wortliga

Das Textanalyse Tool unter wortliga.de setzt sich mit Struktur, Aufbereitung und Verständnis der Texte auseinander. Laut Website orientiert sich das Tool dabei an den Grundlagen des Hamburger Verständlichkeitsmodells.

Das Textanalyse Tool von Wortliga im Test
Screenshot: wortliga.de

Das Analyseergebnis spielt Wortliga nach drei Kriterien aus: Fehler, Warnung und Erfolg. Dabei werden beispielsweise Lesbarkeit, Satzlänge und Abkürzungen unter die Lupe genommen.

Textanalyse mit Wortliga
Screenshot: wortliga.de

Das Tool liefert einen Ergebnisbericht, der nach dem Ampelprinzip aufgebaut ist. Grün kennzeichnet Erfolg, Gelb steht für Warnung und Rot für Fehler im Text. Eine Erfolgsmeldung heißt zum Beispiel, dass die Lesbarkeit gut ist und im Text keine Passivsätze enthalten sind. Gelb dagegen signalisiert Verbesserungsbedarf, beispielsweise weniger Modalverben wie „können, dürfen, müssen“ oder Füllwörter wie „auch, eigentlich, etwas“ zu verwenden. Rot zeigt Fehler auf. Das kann die Länge der Sätze oder das Verwenden von Abkürzungen sein.

Unser Fazit:

Das Textanalyse-Tool von Wortliga bewertet den Text anhand von Faktoren, die für die Lesbarkeit des Textes essentiell sind. Aus dem Ergebnisbericht lässt sich erkennen, ob der Text verständlich geschrieben ist und wo Verbesserungspotenzial vorliegt. Die Analyse orientiert sich sehr stark daran, wie oft ein Wort im Text vorkommt. Sobald ein Füllwort oder Modalverb im Text vorhanden ist, spielt das Tool einen Hinweis aus. Ein konkretes Beispiel ist die Analyse des Nominalstils, die nahezu alle Substantive im Text aufnimmt. Hier fehlt uns eine zusammenhängende Analyse, die Wörter im Kontext erfasst. Das Gute: Welche Verbesserungsvorschläge angenommen werden, liegt weiterhin im Ermessen des Redakteurs!

 

Als Autor mit sicheren Rechtschreib-, Grammatik- und Stilistik-Kenntnissen ist das Textanalyse-Tool eher eine Art Spielerei. Für gelegentliche Schreiberlinge ist es ein Tool, das im Alltag gut und gerne zum Einsatz kommen kann. Es lassen sich problemlos und schnell kurze sowie lange Texte analysieren. Aber auch hier gilt: Am Korrekturlesen kommen Sie nicht vorbei.

Ein Tipp am Rande:

Setzen Sie zum Korrekturlesen den Text in eine andere Schriftart. Das beugt Fehlerblindheit vor. Wechseln Sie zum Beispiel von einer Serifenschrift in eine serifenlose Schrift. Ihr Text wird es Ihnen danken!

Textanalyse bei Schreiblabor

Die Website schreiblabor.com bietet verschiedene Tools zum Texteanalysieren die kostenlos genutzt werden können. In unserem Test haben wir uns auf die Textanalyse konzentriert, die Texte auf verschiedene Kriterien hin überprüft. Neben Füllwörtern, Phrasen und Anglizismen ermittelt das Tool den Lesbarkeitsindex nach drei Formeln: Flesch, Kincaid Grade Level und der Wiener Sachtextformel.

Das Textanalyse Tool von Schreiblabor im Test
Screenshot: schreiblabor.com

Der Flesch-Grad, der die Lesbarkeit anhand eines Wertes wiedergibt, wird aus dem Text heraus berechnet und ist bei Schreiblabor für deutsche und englische Texte verfügbar. Gut verständliche Texte weisen laut Website einen Wert zwischen 60 und 70 aus. Der Kincaid Grade Level stuft die Lesbarkeit von Texten nach Schulklassen ein und ist auf das englische Schulsystem abgestimmt. Der Gegenpart, der auf deutsche Schulstufen ab der 5. Klasse ausgelegt ist, ist die Wiener Sachtextformel.

Unser Fazit:

Als wir auf die Textanalyse-Seite gelangten, waren wir anfangs skeptisch, was vor allem auf die Rot hervorgehobenen Sätze zurückzuführen ist. Die Anwendung funktioniert allerdings reibungslos und geht schnell, sowohl bei kurzen als auch bei langen Texten. Die Darstellung der Ergebnisse wirkt auf den ersten Blick leider unübersichtlich. Die Auswertung der Textstruktur, also z. B. Anzahl der Sätze, Wörter oder Komma pro Satz, ist teilweise nützlich, aber in unseren Augen stellenweise auch eher ein Gimmick. Der Lesbarkeitsindex ist interessant, aber nicht wirklich nachvollziehbar. Für uns waren vor allem das Kincaid Grade Level und die Abstufungen der Wiener Sachtextformel ein großes Fragezeichen, bei denen uns Erklärungen gefehlt haben. Alles in allem ist das Tool in Ordnung, um ein Gefühl für die Lesbarkeit eines Textes zu erhalten.

Das Fazit unseres Textanalyse-Tests

In unserem Textanalyse-Test haben wir verschiedene Tools unter die Lupe genommen. Drei davon haben wir Ihnen vorgestellt, da sich viele Tools vom Prinzip her sehr ähnlich sind und uns Duden, Wortliga und Schreiblabor von der Kombination aus Usability und Ergebnistiefe am meisten überzeugt haben.

Während sich das Duden-Tool auf die Analyse von Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion konzentriert, liefern die Tools Wortliga und Schreiblabor Ergebnisse zur Lesbarkeit der Texte. Unserer Meinung nach sind die Textanalyse-Tools eine schöne Ergänzung im Redaktionsalltag und helfen dabei, kleinere Fehler zu korrigieren und Texte weiter für den Leser zu optimieren. Viele Hinweise sind nach unserem Empfinden Auslegungssache. Ob und wie Texte darauf hin angepasst werden, muss individuell vom Redakteur abgeschätzt werden.

1 Kommentar

  1. Ich finde das Tool von der Schreibwerkstatt sehr nützlich, auch die Statistik: Füllwörter werden markiert, Anglizismen gezählt, das hilft auch alles, wenn man man einen Text verbessert.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte gebe einen Kommentar ein.
Bitte geben Sie Ihren Namen ein