Sucht man in Suchmaschinen nach kostenlosen Schriften für seine Gestaltungen, muss man sich zumindest keine Sorgen machen, zu wenig Treffer zu bekommen. „Fonts for free“ bringt auf die Schnelle bei Google über 19 Milliarden Treffer. Die Kunst ist nun, neben der stilistisch passenden Schrift auch eine technisch saubere und qualitativ gute Schriftart zu finden.

Dabei endet die Suche oft beim Schriftportal von Google; dort sind knapp 1.000 Schriften kostenlos verfügbar, die sich nicht nur bei Webmastern großer Beliebtheit erfreuen. Der Grund dafür ist nicht nur, dass die Schriften kostenlos sind und einfach per CSS eingebunden werden können. Vor allem sind sie auch qualitativ hochwertig und halten einer genaueren typografischen Betrachtung stand.

Wir stellen Ihnen für 2020 die zehn – unserer Meinung nach – besten Google-Fonts vor, die allesamt kostenlos und ohne Einschränkungen verwendbar sind. Da „Open Sans“ und „Roboto“ relativ bekannt sein dürften, haben wir uns vor allem um die etwas unbekannteren und neueren Fonts gekümmert, gewissermaßen einige „Geheimtipps“ zusammengestellt. Wir hoffen, dass für Sie etwas dabei ist.

1. Alegreya Sans

Die Alegreya Sans ist eine humanistische serifenlose Google-Font, die sehr lebendig wirkt. Der Designer Juan Pablo del Peral hat ihr einen Hauch von Wechselstrichattitüde gegeben, und so wirken manche Bögen, wie die im unteren Teil vom kleinen „a“, sympathisch und kantig. Besonders bei der kursiven Variante zeigen sich die gebrochenen Bögen und der Wechselstrichcharakter deutlich stärker. Die Zahlen weisen Ober- und Unterlängen auf, was ebenfalls Bewegung in den Google-Font bringt. Die Familie besteht aus dem normalen und dem kursiven Schriftschnitt in jeweils sieben Varianten.

Google-Font: Alegreya Sans

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2. B612

Die serifenlose Schriftart B612 wurde für den Einsatz im Flugzeug-Cockpit getestet und entwickelt. Somit eignet sich der Google-Font optimal dafür, die üblichen Müdigkeitserscheinungen beim Lesen am Monitor möglichst gering zu halten. Trotzdem ist er weniger nüchtern und neutraler als zuerst vermutet. Leichte Schrägen, wie bei „A“ oder „L“, sowie kleine Lücken in den Übergängen, bei „K“ oder „R“ sorgen für die nötige Individualität. Mit vier Schriftschnitten Regular, Regular Italic, Bold und Bold Italic ist die Grundausstattung gesichert. Zusätzlich wird die B612 durch die B612 Mono als monospaced-Variante ergänzt.

Schriftart B612

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3. Cormorant

Inspiriert von Claude Garamond, hat Christian Thalmann mit der Cormorant eine wunderschöne Serifenschrift entwickelt. Die elegante Wirkung verdankt der Google-Webfont unter anderem auch in der Bold-Variante vorhandenen feinen Wechselstrichen.

Wer nach den zehn Schriftschnitten der normalen Variante noch mehr Cormorant möchte, findet noch sechs weitere Styles, darunter eine Kapitälchen- und eine Upright-Variante. Unser Tipp: Am besten mischt man nur die Schnitte, die sich optisch genug voneinander unterscheiden.

Google-Font: Cormorant

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4. Fira Sans

Die Fira Sans ist einer der Klassiker unter den Google-Fonts und ein echter Allrounder. Als kleine Schwester der Schriftart „Meta“ von Erik Spiekermann wurde sie ursprünglich als Webfont für die OS-Variante von Firefox entwickelt. Durch ihren serifenlosen, neutralen und klaren, aber nicht zu clean wirkenden Charme hat sie zu Recht viele Anhänger gefunden. Inklusive der Condensed-Variante kommt man bei diesem Google-Font auf ganze 36 Schriftschnitte.

Google-Schrift: Fira Sans

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5. IBM Plex

Die IBM Plex ist eine zeitlose und klassische Serifenlose. Die Entwicklung dieser Schrift beruht auf der Geschichte von IBM und der Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Ihre Lesbarkeit ist – unabhängig vom Medium – sehr hoch und wer den Google-Font mit Serif- und Sans-Condensed-Variante ergänzen will, kommt auf insgesamt 42 Schnitte.

Google-Font: IBM Plex Sans

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6. News Cycle

Die News Gothic ist sicher jedem schon einmal ins Dokument gerutscht. Der Google-Font News Cycle ist eine Weiterentwicklung hiervon. Vor allem durch klare, schmale Formen gewinnt dieser Font eine Menge Sympathien. Mit nur zwei Schriftschnitten sind die Variationsmöglichkeiten allerdings sehr beschränkt.

Schriftart "News Cycle" von Google

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7. Pacifico

Bei der Pacifico hat sich ursprünglich Vernon Adams von der amerikanischen Surfkultur der 1950er-Jahre inspirieren lassen. Jacques Le Bailly überarbeitete den Font von Vernon Adams und herausgekommen ist eine handschriftliche Pinselschrift mit nahezu gleichbleibender Strichstärke, die mit ihren harmonischen Rundungen voller Elan steckt. Bei diesem Google-Font gibt es jedoch nur einen Schriftschnitt.

Google-Font: Pacifico

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8. PT Serif

Die PT Serif wurde genau wie ihre ältere, serifenlose Schwester PT Sans für ein russisches Projekt entwickelt. Sie hat humanistische Züge und somit einen leichten handschriftlichen Charakter im Gegensatz zu Schriften, die sehr konstruiert wirken. Mit seinen vier Schnitten ist der Google-Font breit einsetzbar. Wer noch mehr Fonts kombinieren möchte, ergänzt die PT Serif mit der PT Sans, die sich harmonisch einfügt.
Schrift "PT Serif"

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9. Roboto Slab

Wie eingangs erwähnt, ist die Roboto hinlänglich bekannt. Sie hat ein klares Schriftbild und wirkt trotz ihrer weitgehend auf geometrischen Formen basierenden Zeichen nicht künstlich oder konstruiert. Nicht nur deshalb hat der Font inzwischen viele Freunde gefunden.

Weniger bekannt sind die Variationen: Der Designer Christian Robertson hat sich nicht lumpen lassen und, abgesehen von der Roboto mit zwölf Schriftschnitten, noch eine schmale Variante mit sechs Schnitten sowie eine Slab-Variante mit acht Schnitten entwickelt. Zusätzlich gibt es auch noch die Monospaced-Variante – Roboto Mono – diese kommt mit zehn Schnitten.

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10. Vollkorn

Der „alte“ Setzer schlägt bei dem Schriftnamen „Vollkorn“ schnell die Gedankenbrücke zur Brotschrift. Genau das hatte der Designer Friedrich Althausen ebenfalls im Kopf, als er  diesen Font entwickelte. Die Serifenschrift hat einen relativ starken Strich und soll sich für den täglichen „Brot- und Buttergebrauch“ eignen, wodurch der Google-Font auch in großen Headlines nicht verloren geht. Die Schrift wirkt bodenständig, stabil und ist mit acht Schnitten gut ausgestattet.

Google-Font: Vollkorn

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Mehr Google-Fonts gefällig? In unserem Artikel „Zehn angesagte Script Fonts von Google“ verraten wir, welche Schreibschrift-Varianten uns am besten gefallen haben.

Quellen: Google Fonts, Titelbild by Arthur Osipyan via Unsplash

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