Darum ist Cover-Design wichtig

Stellen Sie sich ein volles Regal oder eine Auslage vor, in der viele ähnlich geartete Bücher, Magazine oder Broschüren nebeneinanderstehen und auf jemanden warten, der sie mitnimmt. Für welches Exemplar würden Sie sich entscheiden? Für das, welches Sie am meisten interessiert – oder? Aber wie finden Sie genau dieses? Vermutlich blättern Sie nicht alle durch, prüfen Verzeichnis und Klappentext oder lesen gar ein paar Seiten, um sich schon einmal einen Eindruck vom Inhalt zu verschaffen. Sie treffen bereits mit dem Blick auf das Cover eine Vorauswahl.

Cover sollen Leselust oder Interesse wecken, informieren oder auch ein gewisses Image vermitteln. Dabei sieht das Cover einer Imagebroschüre oft anders aus als das eines Buches – und das eines Magazins kann wieder einen ganzen anderen Look haben. Mittlerweile sind die Grenzen von einem dieser Printprodukte zu einem anderen auch nicht mehr so stark abgesteckt. Produktkataloge oder Broschüren können beispielsweise wie ein Magazin anmuten. Das ist bei Katalogen über Deko und Möbel nicht selten der Fall, wie z. B. bei der schwedischen Möbelkette IKEA oder die dänische Einzelhandelskette Søstrene Grene.

Dennoch sollen die Cover bei all diesen Printprodukten ein und dasselbe beim Betrachter bewirken: den Wunsch, es zu Öffnen. In einem zweiten Schritt folgt dann idealerweise das Kaufen beziehungsweise Mitnehmen und schließlich das Lesen.

Es gibt nicht nur das eine Cover

Standardformat, Mindestgröße für den Titel, gleiche Bildsprache, feste Struktur und Position verschiedener Textelemente, Aufhänger in klarer Schrift und eine gewisse (minimalistische) Übersichtlichkeit – nach diesen und weiteren Kriterien könnte ein gutes Cover gestaltet sein, muss es aber nicht. Mittlerweile werden Cover recht frei designt. Angestammte Gestaltungsstrategien werden über Bord geworfen. Auffälligkeit ist Trumpf, aber nicht um jeden Preis. Die Variationsmöglichkeiten wachsen. Es gibt mehr Unterschiede – mehr Individualität. Und das können auch Sie sich zunutze machen – gestalten Sie Ihr Cover, ob für Magazin, Katalog, Buch oder Broschüre, nicht ausschließlich nach Standardformeln, sondern in erster Linie mit Blick auf Zweck und Zielgruppe. Einige Eckpfeiler sollte man ob der wachsenden Individualität nicht außer Acht lassen. Wir haben nachfolgend ein paar Tipps und Hinweise für Ihr Cover-Design zusammengestellt.

Keinesfalls 08/15 – wichtige Bausteine im Cover-Design

Tipps

Zweck und Zielgruppe

Wen wollen Sie mit dem Cover ansprechen; wer soll Ihr Buch, Magazin oder Broschüre öffnen und lesen? Was wollen Sie damit aussagen und für welchen Zweck ist es gedacht? Über diese Fragen sollten Sie sich im Vorfeld Gedanken machen, bevor es an die Gestaltung des Covers geht.

Bei einigen Magazinen oder Broschüren scheint das Design des Covers aufgrund ihres Zwecks nachrangig zu sein. Ein Vereinsheft oder eine Mitarbeiterzeitschrift beispielsweise könnte an die Mitglieder bzw. Mitarbeiter verschickt werden, um über Neuigkeiten zu informieren. Es würde nicht mit anderen Printprodukten in einer Auslage konkurrieren, es käme auf direktem Weg zur Zielgruppe. Ein auffälliges Design scheint also nicht nötig, dennoch sollte es ansprechend gestaltet sein, damit es bei den Mitgliedern/Mitarbeitern eingetroffen nicht gleich in der Altpapiertonne landet.

Cover von Unternehmensberichten, Image- und Infobroschüren sollten beispielsweise zum Image der Firma passen, gleichzeitig auch das Interesse von Kunden, Partnern und Investoren wecken, damit sich diese die Daten und Fakten darin ansehen. Kataloge wiederum sollten neugierig auf den Inhalt machen und schon etwas von dem zeigen, was die Leser darin erwartet.

In Magazinen und Zeitschriften stecken viele unterschiedliche Themen. Der Aufmacher ist neben anderen Anreißern kaufträchtiger Artikel auf dem Cover vertreten, um einen Einblick über den Inhalt zu geben. Dabei sollte das Layout der Titelseite aber nicht zu unübersichtlich werden. Auch das Logo des Magazins – als Identifizierungs- und Wiedererkennungssymbol – hat seinen angestammten Platz.

Bei Büchern verhält es sich etwas anders, die Cover kommen meist mit wenig Text aus. Das gezeigte Bild vermittelt bereits etwas vom Inhalt, deutet die Geschichte an oder lässt das Genre erahnen. Ein Cover in Zartrosa mit einem gezeichneten Paar darauf, welches Hand in Hand an einem Strand Richtung Sonnenuntergang lang spaziert, lässt einen Liebesroman vermuten. Man stelle sich nun vor, ein Interessent – angesprochen vom Cover – liest den Klappentext und stellt fest, dass es sich um eine Kriminalgeschichte handelt. Wie viele potenzielle Leser legen das Buch dann wohl gleich wieder in die Auslage? An diesem Beispiel lässt sich gut auf einen weiteren Punkt hinweisen, denn das Cover sollte nicht nur Interesse wecken, sondern auch Erwartungen erfüllen.

Eine Broschüre kann auch aufgemacht sein wie ein Buch oder eine Zeitschrift kann vom typischen Cover-Design anderer Magazine abweichen – und vielleicht gerade deshalb aus der Masse herausstechen und die eigene Zielgruppe effektiv ansprechen – Hauptsache die geschürten Erwartungen des Cover werden im Innenteil erfüllt.

Die Kreativzeitschrift Flow und das Lebensstilmagazin LandLust setzen ganz klar einen visuellen Fokus. Für gewöhnlich ziert eine Zeichnung das Cover der Flow, auf der LandLust sind Fotos mit ruhiger Ausstrahlung (oft Blumen und andere Naturaufnahmen) zu begutachten. Die Bilder gehen dabei über die ganze Breite, es gibt keinen Rahmen, kein Extra-Logo – der Name des Magazins ist das Logo. Und im Falle der Flow thront dieses zwar immer an der gleichen Stelle, kommt aber in unterschiedlichen Farben daher. Die Lesbarkeit des Textes ist nachrangig – die Anreißer bei der LandLust sind bis auf ein Aufmacher-Stichwort recht klein. Das Cover der Flow begrüßt Leser mit dem Slogan „Eine Zeitschrift ohne Eile, über kleines Glück und das einfache Leben“ und liefert unter dem Magazintitel noch ein stimmungsvolles Zitat. Was im Heft zu finden ist, kommt mittels eines ebenfalls visuell auffälligem Störer aufs Cover.

 

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Wiedererkennung

Auf Zeitschriften prangt bei jeder neuen Ausgabe ein anderes Konterfei oder ein neues Bild auf dem Cover. Keine zwei Buchcover unterschiedlicher Titel sehen gleich aus. Auch bei Katalogen wechseln die Produktbilder für die Titelseite. Damit der potenzielle Leser trotzdem auf einen Blick erkennt, was er vor sich hat, haben Printmedien Erkennungs- und vor allem Wiedererkennungsmerkmale – wie die Markenzeichen bekannter Produkte oder Brands. Für Publikationen gehören Name, Logo, Corporate Design und die gleiche Anordnung dieser Elemente auf dem Cover dazu.

Name und Logo sind für Magazine, Zeitschriften und andere regelmäßige Publikationen immens wichtig. Diese gehören auf jede Ausgabe – und zwar an die gleiche Stelle, damit auf einen Blick erkannt wird, was man vor sich hat. An welche Stelle des Covers Logo und Name idealerweise platziert werden sollten, lesen Sie im Abschnitt „Position des Logos“. Aber auch andere Aspekte der Corporate Identity können für eine unverkennbare Zuordnung von Bedeutung sein. Stellen Sie sich zum Beispiel Stern, Focus oder Der Spiegel ohne die jeweilige rote Farbe vor? Auf den Titelseiten von Imagebroschüren, Produktkatalogen und Unternehmensberichten sollte das firmenspezifische Corporate Design – Farbe, Schriftart und Logo – berücksichtigt werden. Auch wenn das Heft ein Einzelexemplar ist, sollte der Betrachter mit einem Blick erkennen, zu welcher Firma die Broschüre gehört.

Gelernter Look

Der Leser hat Titel und Logo samt Gestaltung bei den erwähnten Zeitschriften „gelernt“ und erkennt diese sogar, wenn diese Teile nicht ganz so aussehen wie sonst. Das Bild überlagert bei einigen Ausgaben die wiedererkennbaren Elemente wie den Titel.

Bei Sachbüchern und Romanen verhält es sich etwas anders. Nicht der Buchtitel dient der Wiedererkennung, sondern der Name des Verlags. Bei Reclam oder dem Diogenes-Verlag können die Publikationen aufgrund ihrer unverkennbaren Gestaltung einfach dem Herausgeber zugeordnet werden.

Reclamhefte fallen schon aufgrund ihres kleineren Formats auf, außerdem ist die Farbgebung je nach Reihe ähnlich, hier z. B. die Gestaltung in Gelb. Durch diese Wiedererkennungsmerkmale sind die Bücher des Verlags unverkennbar. Ein filigraner Rahmen um mittig platzierte Schrift und ein Titelbild – ähnlich einem Polaroid. So kann man die Buchcover von Diogenes beschreiben, auch die neue Minute-Books-Reihe hat diesen Anstrich.

Wenn es durch den Titel oder den Namen des Autors ein Wiedererkennungspotenzial bei Büchern gibt, empfiehlt es sich, dieses auch zu nutzen. Stellen Sie sich zum Beispiel einen Roman von Stephen King, Jussi Adler Olsen, George R. R. Martin, Rosamunde Pilcher oder Diana Gabaldon vor, ohne dass deren Namen in großen Lettern auf dem Buch prangen. Bei Buchreihen fällt der Titel zumeist etwas größer als der Untertitel aus – wie bei Herr der Ringe oder Harry Potter.

Charakteristische Design- oder Layoutelemente auf dem Cover sind auch bei Magazinen nicht ungewöhnlich: So hat Der Spiegel einen Rahmen oder Lust auf Genuss eine Banderole. Beides trägt seinen Teil zur Wiedererkennung bei.

Fester Satzspiegel

Bei all diesen Covern fällt auf, dass die charakteristischen Merkmale – Layout-Elemente und auch der Titel – immer an der gleichen Stelle positioniert sind. Das wird durch einen festen Satzspiegel erreicht. Die Wiederholung des gleichen, (und das ist ebenfalls wichtig) harmonischen Layouts erhöht den Wiedererkennungseffekt. Zeitschriften, Magazine und Buchreihen können auf diese Weise zu einer Marke werden. Wenn das gelingt, kann man bei der Einführung anderer Formate (wie Themen- oder Fernsehmagazinen) durch die Verwendung wiedererkennbarer Charakteristika (wie Name, Farben, Logo) von der Bekanntheit der Hauptmarke profitieren. Das gilt auch für Merchandise.

Position des Logos

Nicht selten findet sich das Logo einer Zeitschrift in der linken oberen Ecke. Das hat auch einen ganz speziellen Hintergrund, denn bei einer großen Fülle an auf dem Markt erhältlichen Magazinen oder bei geringem Platz werden diese im Regal oft einfach übereinandergelegt, sodass die untere und/oder die rechte Hälfte überdeckt wird. Damit das Logo auch in solchen Fällen zu sehen ist, platziert man es oben mittig beziehungsweise oben links.

Goldener Schnitt

Das Cover sollte harmonisch aufgebaut sein. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Proportion von Flächen und Strecken: Das Größenverhältnis der Elemente zueinander lässt sich nach dem Goldenen Schnitt berechnen. Dieser besagt, dass sich eine kleinere Strecke oder Fläche (A) zur größeren (B) verhält wie diese zur gesamten Strecke beziehungsweise Fläche.

Damit einher geht die Gewichtung der verschiedenen auf dem Cover eingesetzten Elemente wie Name, Titel, Bild, Logo und weitere Informationen. Diese sollten sich nicht gegenseitig überlagern oder eines von dem anderen „verschluckt“ werden. Wenn das Bild beispielsweise eine große Fläche auf dem Cover ausfüllt, sollte der Aufmacher bzw. Titel ebenfalls mehr Raum einnehmen.

Man kann die Proportion oder Gewichtung der Elemente aber auch bewusst nicht nach dem goldenen Schnitt ausrichten, um zu provozieren, aus der Konformität auszubrechen, sich abzuheben oder weil es thematisch passt.

Bildsprache

Die Bildsprache des Cover-Designs sollte Ihre Zielgruppe ansprechen und zweckgebunden sein. Bild oder Grafik stellen oft den Blickfang des Covers dar. Deswegen kann es von Vorteil sein, wenn das Bild eines Magazincovers bereits etwas über den Inhalt preisgibt und zum Aufmacher passt. Wobei das nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Titelstory thematisch im Bild dargestellt sein muss, um eine Verbindung zu schaffen. Möglich ist auch das Wecken bestimmter Emotionen – zum Beispiel durch eine Assoziation, die durch das Bild hervorgerufen wird. Das kann den Aufmacher inhaltlich unterstreichen. Für eine positiv gefärbte emotionale Story liegt die Wahl eines Bildes nahe, welches ein Wohlgefühl oder eine angenehm emotionale Reaktion beim Betrachter hervorruft. Man kann die Bildsprache aber auch bewusst so einsetzen, dass das Cover provoziert, Fragen aufwirft oder damit eine Meinung kundgetan wird.

Die jüngsten Cover der Zeitschrift Frame – The Great Indoors muten beispielsweise eher abstrakt an und lassen nicht sofort erkennen, worum es in dem Heft über Design und Architektur geht.

 

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Bei Romanen werden die potenziellen Leser eher über die Gefühlswelt angesprochen. Krimis vermitteln beispielsweise eine gewisse (oft düstere oder melancholische) Stimmung, zeigen nicht selten Landschaften oder haben abstrakte Cover – z. B. mit einer Mordwaffe, Blutstropfen oder einer Lupe.

Für eine Informationsbroschüre über ein wissenschaftliches Thema kann sich ein inhaltlich passendes Bild anbieten, für ein mehrmals im Jahr erscheinendes Vereinsmagazin ein aktuelles Foto einer Veranstaltung, aus dem Alltag der Mitglieder oder vom Vereinsheim. Eine Imagebroschüre kommt auch ohne Bilder aus und kann z. B. einfach in stilvollem Schwarz (und einer eleganten Veredelung) gehalten werden.

Farbe

Farbe kann das Empfinden einer Person beeinflussen, wie Sie in unserem Artikel „Die psychologische Wirkung von Farben“ nachlesen können. Rot ist eine Signalfarbe und kann die Aufmerksamkeit des Betrachters effektiv auf sich ziehen. Ihr wird außerdem eine appetitanregende Wirkung nachgesagt, weswegen Sie in der Gastronomiebranche des Öfteren im Corporate Design einiger Lebensmittelhersteller und Restaurantketten zu finden ist. Auch bei Zeitschriften ist diese Farbe nicht selten zu finden: Wie bereits erwähnt setzen Der Spiegel, Stern und Focus Rot für Ihr Logo oder gestalterische Elemente auf den Titelseiten ein. Die Farbe unterstützt die Wiedererkennung durch die Gestaltung.

Wenn Sie Farbe auf der Unternehmensbroschüre oder dem Bilanzbericht einsetzen wollen, sollten Sie sich in erster Linie an Ihr Corporate Design und passende harmonische Farbkombinationen halten. Die Farbe von Buchumschlägen kann durch den Herausgeber vorgegeben sein; Reclam-Bücher zeichnen sich durch das charakteristische Gelb aus. Wenn Sie keine Gestaltungsvorgaben haben, bleibt Ihnen für das Cover-Design volle gestalterische Freiheit.

Mit knalligen Farbtönen können Sie leicht Akzente setzen. Besonders auffällige Farben wie Neon- oder Metallicvarianten lassen sich allerdings nur bedingt durch die im Druck oft verwendeten CMYK-Farben darstellen. Dafür gibt es sogenannte Sonderfarben, die z. B. aus den Farbfächern von HKS oder Pantone stammen können. Einige Druckereien wie auch diedruckerei.de bieten für den Umschlag von Broschüren die Verwendung von Sonderfarben sowie verschiedene Veredelungsoptionen an.

Schrift

Die Wahl der Schriftarten für das Cover-Design sollte zweckgebunden sein: Die Lesbarkeit steht ganz klar an erster Stelle. Für das Gros des Covers bieten sich daher Schriftarten mit klaren Linien an. So stellen Sie sicher, dass der Betrachter den Titel und die Informationen über den Inhalt leicht erfassen kann. Andererseits kann es eben auch zweckgebunden sein, einen Titel in einem neugierig machenden und kreativ anmutenden Font zu etablieren. Schnörkel- und Schönschriften sind auf Covern also nicht per se fehl am Platze. Wenn die Schrift hauptsächlich der Lesbarkeit dienen soll, empfehlen wir allerdings den sparsamen Einsatz. Setzen Sie den Aufmacher beispielsweise mit einer kreativen Schrift in Szene, können Sie für den restlichen Text als Kontrast einen schlichten Font kombinieren. Damit keine unruhige Wirkung entsteht, sollten Sie nicht zu viele verschiedene Schriftarten verwenden.

Hinweis: In unserem Artikel zum Thema „Magazin-Schriften“ finden Sie kostenlose Alternativen zu Calibri & Co. Für Fließtexte haben wir ebenfalls eine kleine Sammlung an gut lesbaren Schriften zusammengestellt.

Die Schrift für Ihr Cover-Design sollte also leserlich sein – auch auf eine gewisse Entfernung. Ein Buch- oder Magazintitel im Regal sollte neben vielen anderen schließlich nicht einfach untergehen. Eine Mindestgröße lässt sich allerdings nicht pauschal benennen, weil Schriftengrößen relativ sind und eine unterschiedliche Größenwirkungen erzielen können.

Eine 12-Punkt-Schrift kann beispielsweise kleiner wirken, während ein anderer Font mit 12 Punkt wirkt wie eine 16-Punkt-Schrift. Weitere Informationen zur Größenthematik finden Sie in unserem Artikel „Das kleine Schriftgrößen-Einmaleins“. Wenn Sie unsicher sind, ob die Schriftgröße auch mit etwas Abstand gut entziffert werden kann, drucken Sie sich doch eine Probeseite aus, gehen ein paar Schritte bis Meter zurück und testen es selbst. Klingt simpel, funktioniert aber.

Der Titel muss nicht unbedingt über die ganze Breite der Zeitschrift gehen. Die französische étapes: kommt zum Beispiel mit einem verhältnismäßig kleinen Schriftzug aus, der Name geht nicht über die ganze Breite des Magazins und wird mit dem visuellen Mittel des Kreises unterstützt.

Auffallend individuell: Veredelungen

Durch eine Veredelung können die Printmedien noch auffälliger werden. Dabei gibt es verschiedene zur Auswahl. Schwarze Broschüren zum Beispiel bekommen durch eine Soft-Touch-Cellophanierung einen besonders edlen, matten Look, während man mit partieller Veredelung oder der prägeartigen Drucktechnik Letterpress bestimmte Elemente seines Designs hervorheben kann. Damit lassen sich äußerst auffallende Effekte erzeugen. Ein Beispiel ist die Veredelung mit Silberfolie: In unserem Tutorial „Druckveredelungen mit Silberdruck“ wird erklärt, wie Sie die Druckdaten dafür anlegen sollten.

Veredelungen sind oft nicht nur etwas fürs Auge, sondern verändern auch die Haptik des Papiers – damit macht man das Cover für die Leser erlebbar. Partielle Veredelung und Letterpress lassen sich

Glänzende Veredelungen liegen momentan enorm im Trend und finden sich nicht nur auf Printprodukten wie Büchern, sondern z. B. auch auf den Verpackungen von Gourmetartikeln wider. Bei regelmäßig erscheinenden Magazinen mit aktuellem Bezug sucht man Veredelungen dieser Art allerdings oft vergeblich; bei zeitlosen Themenmagazinen wie Geo Epoche oder Spiegel Geschichte sind partielle Veredelungen eher zu entdecken.

Relevant fürs Cover und das gesamte Druckprodukt sind außerdem:

Das Format

Während sich für einige Printmedien wie Magazine ein bestimmtes Format durchgesetzt hat, findet man bei Büchern und Broschüren beispielsweise eine größere Fülle an verschiedenen und teils auch recht unterschiedlichen Formaten.

Bücher haben zumeist Maße, die zwischen DIN A5 und DIN A4 liegen. Aber auch kleinere Varianten bis zur Postkartengröße DIN A6 finden immer öfter den Weg in Regale und Auslagen. Bücher von Reclam sind z. B. 10 x 15 cm breit bzw. hoch; Taschenbücher liegen mit etwa 13 x 19 cm knapp unter DIN A5. Auch in Sachen Format kommt es auf den Zweck an: Bildbände beispielsweise fallen meist etwas größer aus. Um Fotos und Bilder gut in Szene zu setzen, bietet sich etwas mehr Fläche an als sie ein Taschenbuch bietet. Taschenbücher hingegen eignen sich wunderbar, wenn der Inhalt ausschließlich oder bis auf wenige Grafiken und Schaubilder aus Text besteht.

Bei Zeitschriften und Magazinen, in denen Text und Bildmaterial gleichermaßen Platz finden, findet man beinahe ausschließlich Exemplare mit DIN-A4-Maße. Dieses und ähnliche Formate bietet nicht nur genügend Platz für Bilder und Texte, sondern hat auch ganz praktische Gründe. Die Lieferketten – von der Druckerei über Zwischenstationen bis zum Zeitungskiosk bzw. Einzelhandel – sind für Zeitschriften und Magazine im A4-Format angepasst. Diese lassen sich leichter zusammen- und umpacken, denn größere Formate müssten für den Transport gesondert verpackt werden, was mit höheren Kosten einhergehen kann. Außerdem würde eine Zeitschrift mit A5-Maßen vermutlich neben den größeren Konkurrenten untergehen oder sie könnte gerade deshalb auffallen – zumindest, wenn diese nicht dahinter versteckt wird.

Allerdings gibt es auch starke länderspezifische Unterschiede: In Spanien sind die Magazine beispielsweise größer als in Deutschland, in Frankreich hingegen kleiner. Wenn Sie die Größe Ihres Magazins festlegen wollen, sollten Sie also den Zweck und auch die Zielgruppe berücksichtigen – zum einen den Endkunden, aber auch den bestehenden Markt und Transportwege.

Broschüren landen für gewöhnlich nicht im Einzelhandel, aber vielleicht im Briefkasten von Vereinsmitgliedern oder Kunden, auf dem Tresen eines Messestandes, in Ihrer Filiale oder werden bei einer Veranstaltung in einer Auslage präsentiert. Deswegen bietet es sich an, auch den Präsentationsort in die Überlegungen für ein bestimmtes Format einfließen zu lassen. Wird die Broschüre oder der Katalog verschickt? Dann sollte diese nicht viel größer sein als DIN A4, so passt sie noch in Briefkästen. DIN A4 und DIN A5 sind nach wie vor die beliebtesten Broschürenformate. 

Der Sicherheitsabstand

Grafikern und Designern ist dieser Aspekt längst ins Blut übergegangen: der Sicherheitsabstand. Platziert man Elemente des Layouts zu nah am Rand können diese abgeschnitten werden. Das kann vor allem bei Text auffallen. Schrift und andere Elemente, die der Betrachter möglichst in Gänze sehen soll, sollten einen gewissen Mindestabstand vom Rand haben. Das gilt für alle Printmedien, die gedruckt und danach zugeschnitten werden. Ein Beschnitt in der gleichen Hintergrundfarbe sollte dem Design ebenfalls hinzugefügt werden, um beim Anschnitt zu vermeiden, dass weiße Ränder stehen bleiben.

Auf dem linken Cover des Kreativmagazins Page wird die Missachtung des Sicherheitsabstandes als Stilmittel eingesetzt. In der anderen Ausgabe ist es sogar elementarer Bestandteil des Themas „Fehler, die sich Creative Professionals sparen koennen“.

Werden Magazin oder Broschüre mit einer Klebebindung zusammengehalten, kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, den Sicherheitsabstand zu erhören, damit (gerade kleinerer) Text nicht durch die Rillung der Vierfachnutung schwer oder unleserlich wird.

Quellen
www.din-formate.info/deutsche-buchformate.php
www.bod.de/fingerprint/allgemein/buchcoverdesign/
https://kreativcode.com/broschuere-titelseite-gestalten/

Bildnachweise
Aufmacher: StockSnap (via Pixabay)
jackmac34 (via Pixabay), StockSnap (via Pixabay), Nikolay Vinokurov (via Shutterstock), Ricardo Esquivel (via Pexels), Rawpixel.com (via Shutterstock), geralt (via Pixabay), Rawpixel.com (via Pexels), Rawpixel.com (via Pexels), 200degrees (via Pixabay), l_cwojdzinski (via Pixabay)

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